Wissenswertes über Igel
Geschichtliches
Den Igel gibt es seit ca. 50 Millionen Jahren. Er ist weitläufig mit Maulwürfen und Spitzmäusen verwandt.
Man unterscheidet verschiedene Igelarten, je nach Farbe, Aussehen und Lebensraum; in Amerika und Australien gibt es keine Igel.
Der Lebensraum
Strukturreiche, extensiv genutzte Landschaften mit verbundenen Hecken, Rainen
Waldrändern und Feldgehölzen sind ideale Igel-Lebensräume. Auch steinige bis felsige Orte, in denen er sein gutes Klettervermögen beweisen kann, gehören mitunter dazu. Aufgrund intensiver Land- und Forstwirtschaft in Europa haben sich die Tiere in die durchgrünten Randbereiche der Dörfer und Städte zurückgezogen. Im Allgemeinen sind Igel sehr standorttreu, haben allerdings einen großen Aktionsraum ( bei Männchen bis zu 1 qkm;, Weibchen etwas weniger ).
Die Sinne des Igels
- die Augen
Der Igel ist nachtaktiv, somit spielen die Augen nur eine untergeordnete
Rolle - trotzdem kann er mit seinen "Knopfaugen" recht gut sehen.
- die Ohren
Das Gehör ist sehr gut ausgeprägt. Sie können viel leisere Geräusche wahrnehmen als wir.
Besonders empfindlich reagieren sie auf Pfeifen, Klirren und Quietschen.
- die Nase
Dieses Organ ist entscheidend für die Nahrungssuche, die Orientierung sowie das Aufspüren von Feinden oder Partnern. Die Nase ist stets feucht - manchmal tropft sie auch.
- der Geschmack
Igel können süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden - das entscheidet auch über ihren Speiseplan.
Die Stacheln
Die Stacheln des Igels sind umgebildete Haare. Igelbabys kommen bereits mit ca. 100 Stacheln auf die Welt, ein Jungtier hat ca. 3000 Stacheln und ein erwachsenes Tier zwischen 7000 und 8000 Stacheln.
Die Ernährung
Igel sind Insektenfresser. Ihre Nahrung besteht in erster Linie aus Laufkäfern,
Larven von Nachtschmetterlingen, Regenwürmern, Ohrwürmern, Hundert- und Tausendfüßlern, Nackt- und Gehäuseschnecken und Spinnen. In Pflege genommene Igel kann man durchaus mit Katzenfutter aus der Dose ernähren. Hier ist in der Regel auch die nötige Flüssigkeit enthalten. Milch sollte tabu sein für Igel, da sie zu Verdauungsproblemen führt ( Durchfall ).
Achtung: Obst und Gemüse gehören nicht zum Nahrungsspektrum der Igel!
Der Winterschlaf
Der Mangel an Nahrung sowie fallende Außentemperaturen, abnehmende Tageslichtlänge und hormonelle Vorgänge im Körper sind Auslöser für den Winterschlaf.
Hierbei sinkt die Körpertemperatur auf ca. 5°C und das Herz schlägt nur noch ca. 10 Mal pro Minute.
Ein Igel sollte bei Eintritt in den Winterschlaf ein Gewicht von mindestens 500g besitzen.
Verhalten und Fortpflanzung
Igel sind Einzelgänger - ihre Sozialkontakte beschränken sich auf die Begattung
und bei dem Muttertier später auf die Jungenaufzucht. Spätestens kurz vor der Geburt wird das Männchen verbissen und trollt sich vondannen.
In unseren Regionen bekommen Igel nur einmal im Jahr Junge. Nach einer Tragezeit von etwa 35 Tagen bringt die Igelin durchschnittlich 5 Junge zur Welt. Die Hauptwurfzeit liegt im August und September.
Die Babys wiegen bei der Geburt etwa 20g und haben noch geschlossene Augen und Ohren, welche sich nach 14 Tagen öffnen.
Nach etwa 4 Wochen können die Kleinen allein "jagen", werden aber bis zur 6. Woche noch gesäugt.
Im Alter von etwa 2 Monaten verlassen die Jungen allmählich das Revier der Mutter.
Körperpflege ist für Igel kein Thema - sie beschränkt sich auf Kratzen und Stachelschütteln.
Schutz
Igel sind in vieeln Ländern Europas ganzjährig geschützt. Das deutsche Naturschutzgesetz verbietet es, Igel zu töten, zu beunruhigen oder zu stören, sie aus ihrem Lebensraum zu entfernen oder ihre Nester und Unterschlüpfe zu zerstören. Igel dürfen nur dann mitgenommen werden, wenn es sich um eindeutig kranke oder verletzte Tiere handelt oder um Jungtiere im Spätherbst, die den Winter aus eigener Kraft wahrscheinlich nicht überleben. In Pflege genommene Tiere müssen wieder in ihren Lebensraum entlassen werden, sobald sie in der Lage sind, sich ohne Hilfe zu ernähren und zu überleben. Jeder kann etwas zum Schutz der Igel ( und nicht nur der Igel ) beitragen: ob es der Kleingärtner mit einem igelfreundlichen Garten ist, oder der Autofahrer, der in Waldgebieten etwas die Geschwindigkeit drosselt, oder der Landwirt, der für eine lebendigere Landschaft seine wenig begründete Aversion gegen "Unkräuter" außerhalb von Ackerflächen ablegt, Hecken oder Feldrainen einen Platz einräumt und Uferstreifen oder Böschungen sich selbst überläßt.
Gefahren für den Igel
In unserer unmittelbaren Nähe lauern häufig "Igelfallen", die uns gar nicht bewußt sind:
- Rasenmäher und Tellersensen im Einsatz unter Büschen und Sträuchern
- Grabe- und Mistgabeln beim Umsetzen von Komposthaufen
- Kellerfenster,-treppen oder Lichtschächte
- Schwimmbecken oder Gartenteiche ohne Ausstiegshilfe
- Verbrennen von Holz oder Gartenabfällen ohne Kontrolle
- Büchsen, Becher, Plastiktüten, die nach Nahrung riechen
- chemische Insekten- und Unkrautvernichter
- Mäuse- und Rattenfallen, Giftköder
Der igelfreundliche Garten
Wer seinen Garten nicht nur als Fortsetzung seines ordentlich aufgeräumten
Wohnzimmers ansieht, sondern in ihm die Wunder des pflanzlichen und tierischen Lebens erfahren will, ist auf dem richtigen Weg. Natürliche Unterschlüpfe, nicht nur für Igel, sind zum Beispiel Hecken, Büsche, Sträucher oder Bodendecker. Hier scharren sich die Igel gern eine Mulde in die Erde. Darüber ziehen sie dann altes Gras oder Laub. Jeder Gartenbesitzer kann mit wenigen Handgriffen ein bisschen dazu beitragen, daß Igel sich in seinem Garten wohl fühlen. Es genügt schon ein schräg gestelltes Brett an einer Hauswand, ein Reisighaufen oder ein ausrangierter Weidenkorb. Wenn es in der näheren Umgebung keine ausreichend natürlichen Nistmöglichkeiten gibt, sind gekaufte oder selbst gebaute Nist- oder Futterkästen sinnvoll.
Wichtig ist eine vernünftige Verbindung von Natur und Struktur im Garten!